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Der Maler mit dem Bauchgefühl

Der Maler mit dem Bauchgefühl

Maler

Montag Morgen, 7:10 Uhr. Es klingelt an der Haustür. Es war unser Maler. Jetzt geht es los und die Wände werden endlich so, wie Tina es sich vorgestellt hat. Dachten wir…

Der frühe Vögel erzählt uns bereits seit kurz nach 6, dass er nicht mehr schlafen kann. Ganz ohne gefangenen Wurm. Wir stehen auf und haben die Wohnung soweit noch zusammengeräumt. Fast alles ist soweit vorbereitet. So dass unser Handwerker, direkt loslegen kann. Was noch übrig war, die Couch, die Kommode, ein Bild an der Wand.

Noch schnell ein koffeinhaltiges Heißgetränk, um zumindest halbwegs aus den Augen schauen zu können. Und dann ist es auch schon zehn Minuten nach sieben.

Ding Dong

Unser Maler wollte eigentlich um halb acht loslegen, und mit seiner Handwerkskunst, die Wohnung zu verschönern. Vorbei sein sollte der gestrichene wandgewordene Feldweg des vorherigen Pinselschwingers.

20 Minuten früher, tolle Sache. Ich persönlich finde pünktliche Handwerker ganz großartig. Bitte mehr davon.

Da steht er dann vor der Türe. Bewaffnet mit 3 Eimern Farbe. Klassisches Weiß, Latexfarbe für die Küche und ein schönes Hellgrau für die großen Wände. Die Latexfarbe für die Küche ist übrigens einem Missgeschick zu verdanken, bei dem ich den Inhalt der Kaffeetasse schwungvoll an der Wand verteilt habe. Somit Latexfarbe, wegen der Sicherheit.

Kaum steht er im Wohnzimmer, sieht er die Couch, die Kommode und das Bild an der Wand. Dicht gefolgt von der typischen Aussage „So kann ich nicht arbeiten“. Soll er ja auch nicht. Unsere Idee am Vorabend war, er packt schnell mit an. Wir bringen die Sitzmöbel in die Raummitte und schaffen Luft zwischen Kommode und Wand. 10 Minuten. Ruck Zuck. Kein großes Ding. Soweit unser Gedankengang.

Die Sache mit dem Stress und dem Bauchgefühl

Aber auch nur unser Gedankengang. Der Zauberer am Streichwerkzeug macht uns jetzt nämlich sehr schnell deutlich, dass er die Aussage durchaus ernst meinte. Für Ihr ist nichts fertig vorbereitet und das stresst ihn somit. Stress unter dem er nicht mehr arbeiten kann und Fehler macht. Fehler, die er nicht machen und uns zumuten will.

Immernoch überzeugt, dass das alles nicht so richtig sein kann, was er uns gerade erzählt. Wir versuchen es nochmal, schnell anpacken und in 10 Minuten kann es losgehen.

Aber nein. Nichts zu machen. Nachdem sein Navigationsgerät ihm schon bei der Anfahrt im Stich gelassen hat und ihn auf den ein oder anderen Irrweg führte. Das Bauchgefühl. Das Emotionszentrum Magen zeigt ihn sehr klar „Mach das nicht! Du wirst scheitern!“

Er erzählt uns noch, dass er Fließenflächen und Bäder in einen einwandfreien Zustand bringt, aber er kein gelernter Maler ist und deswegen jetzt Panik schiebt. Und den Auftrag deswegen nicht annimmt.

Ja, aber warum?!

Ein Auftrag, für den er eine Woche und vier lila Zahlungmittel veranschlagt. Abgelehnt. Direkt vor Ort, als es losgehen soll. Ja, aber warum?! Drei Zimmer und eine Decke, die er selbst vorgeschlagen hat. Freundlicherweise nimmt er die Farbe, die er zurückgeben kann wieder mit. Und dann geht er wieder. Zurück bleiben Tina und ich. Verwirrt am Montag morgen um 7 Uhr und 20 Minuten. Allein gelassen mit der gemeinsamen Frage, ob das jetzt wirklich passiert ist oder ob wir eigentlich noch schlafen und uns nicht gleich der Wecker liebevoll der Traumwelt entreisen wird.

Das Ende vom Lied

Zwei Tage später kommt die Rechnung für die Farben und 2 x 25 Euro für An- und Abfahrt. Und das bei dieser Abfuhr. Nachdem ich mit vielen Kollegen über dieses doch neue Erlebnis gesprochen habe, bin ich mir nicht sicher, ob das Ablehnen des Auftrags jetzt gut oder schlecht ist.

Schlecht, weil wir als Kunde ziemlich Regen stehen gelassen wurden.

Gut, weil er das Handtuch wirft, bevor er Fehler macht.

Dann bleibt uns nur noch die Frage, wenn er so unsicher ist, warum bietet er es uns an? Nur damit wir am Ende mit einer zusammengeräumten Wohnung im Regen stehen.

Hast Du schon ähnliches erlebt? Wie würdest Du reagieren?

Bleiben wir in Kontakt?

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