Von Schattenspringern und Körpervokabeln

Gelähmt. Gefangen von inneren Zweifeln. Das zweite Talkmaster Treffen bei uns. „Edward Snowden“ steht noch als weiteres Thema am Flipchart. Mein Gedankenkarusell bleibt nicht stehen. Ich suche einen Einstieg, Fakten, Informationen. Aber der innere Rekommandeur schreit mir nur zu: „Eine Runde geht noch und die nächste Fahrt geht rückwärts“.

Gedankenkarusell

Festgenagelt sitze ich auf meinen Stuhl und ringe mit mir selbst. Verloren. Was war passiert? Im Studium habe ich die Vorlesung für meinen Professor gehalten und gebe regelmäßig Seminare mit einer gewissen Selbstsicherheit. Ich denke, ich bin auf dem richtigen Weg, und dann steh ich an der Gabelung und wähle die Sackgasse. Motiviert von einer Karte von Daniel, mit dem Wunsch mich auf der Bühne zu sehen und Menschen zu begeistern. Gescheitert ich an mir selbst und der Mauer aus sieben Kollegen, die nichts böses wollen.

Findungsängste

Angst davor, doch etwas gefunden zu haben. Etwas mit einem so großen Schatten, über den ich noch nicht springen kann. Das Thema mit der Karaoke war durch. Ich habe vor gut 50 wildfremden Menschen mit Rieke zusammen „Something stupid“ vom Robby Williams performt. Okay, ich war verdammt schlecht, aber darum ging es nicht. Ich hab es gemacht! Das zählte. Aber warum sitz ich auf meinem Stuhl wie ein 8-jähriges Schulkind, der gerade in seine neue Klasse kommt?

Schulkind

Akzeptanzvernichtung

Diese innere Niederlage, mein persönliches Waterloo, kann und will ich nicht akzeptieren. In vier Wochen ist das nächste Talkmaster Treffen und da wird es vieles geben, aber keine Ausreden. Ich werde auf der Bühne stehen und den Mund aufmachen. Ich werde dem zweifelnden Ingo den vokabularen Mittelfinger zeigen. Ich werde überleben und das Beste kommt zum Schluss. Ich werde daran wachsen. An meinem Berg ohne Gipfel.

Die letzten sechs Tage habe ich mit einem Buch von Florian Mück zugebracht. „Der einfache Weg zum begeisternden Vortrag„. Der Textmarker machte Überstunden und die Haftnotizen stapeln sich an den Rändern der Seiten. Ich habe viel gelesen über Charismas, Logos, Ethos und Pathos. Und Pausen. Vergiss die Pausen nicht!

Bereit dieses inspirirende Druckwerk, versehen mit Markierungen und Klebezetteln nochmal zu studieren. Um in nunmehr drei Wochen über meinen eigenen Schatten zu springen und durch Körpervokabeln mein Puplikum zu begeistern. Auch wenn Erward Snowden nicht mehr am Flipchart steht, es wird egal sein. Es wird gerockt.

Bleiben wir in Kontakt?

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